Ansbach

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In der Ansbacher Rosenbadstraße befindet sich bis heute eine der bedeutendsten erhaltenen Synagogen Deutschlands aus dem 18. Jahrhundert. Mit dem Entwurf der Pläne für den 1746 eingeweihten Bau beauftragte der Markgraf seinen Hofbaumeister Leopold Retty. Das zeigt, dass der Markgraf einen angemessenen Synagogenbau für eine wichtige Aufgabe hielt. Die Initative für den Bau hatte zuvor der Hoffaktor Löw Israel ergriffen, nachdem die Gottesdienst vorher in zwei Privathäusern abgehalten wurden. Das eine sollte verkauft werden und das andere Haus gehört ihm und war im Dachgeschoss, wo die Gottesdienste stattfanden, so baufällig, dass den Ansbacher Juden ein Verlust beider Betsäle drohte. Löw Israel wollte der Gemeinde seine eigenen Grundstücke als Standort für die neue Synagoge verkaufen, scheiterte damit jedoch zunächst, konnte aber ein Dekret beim Markgrafen erwirken, das seine Grundstücke als Synagogenstandort vorschrieb. Löw Israel geriet mit der übrigen Gemeinde in Streit und erlaubte sich einige Eigenmächtigkeiten beim Bau, sodass das Vorhaben nach achtmonatiger Bauzeit zunächst unterbrochen werden musste. Nach weiteren neun Monaten verfügte der Markgraf im März 1746 die Fortsetzung der Bauarbeiten, die Anfang August zwar abgeschlossen waren. Wegen der feuchten Farbe und ihrem aufdringlichen Geruch konnte sie aber noch nicht bezogen werden. Entstanden war ein nach außen wie innen repräsentativer Bau, der den Status der damaligen jüdischen Gemeinde in Ansbach widerspiegelt. Da die Synagoge beim Novemberpogrom kaum beschädigt wurde, sind die prachtvolle achteckige Bima in der Mitte des Raums und der barocke Toraschrein erhalten geblieben. Beide sind aufwändig gestaltet und bilden so einen Kontrast zu dem schlicht gehaltenen übrigen Innenraum. Eine besondere Herausforderung stellte das für eine Synagoge an der Ostwand über dem Toraschrein vorgesehene Misrachfenster dar. Das Synagogengebäude grenzte unmittelbar an das Nachbargebäude an, sodass ein normales Wandfenster hier nicht möglich war. Leopold Retty löste das Problem, indem er eine Öffnung in das Gewölbe einbaute, die einen Lichtschacht durch den Dachstuhl zu einem Gaubenfenster bildete. Allerdings lässt sich das Fenster nur in direkter Untersicht sehen.