Buttenheim

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Die Schilder auf der nahe gelegenen Autobahn A 73 weisen auf ihn hin: Löb (Levi) Strauss - der berühmteste Buttenheimer war ein Jude. Er musste seine Heimat, ein oberfränkisches Dorf zwischen Bamberg und Erlangen, 1847 im Alter von 18 Jahren verlassen. Wie viele andere jüdische Familien lebte auch die Familie Strauss im 19. Jahrhundert in bescheidenen Verhältnissen. Die jüdischen Familien in Buttenheim waren Pferde- oder Viehhändler, Bauern, Kaufleute, Metzger, Weber, Seifensieder oder Schuster. Das bayerische Judenedikt von 1813 erschwerte es Juden, sich niederzulassen und Familien zu gründen. Das ging normalerweise nur dann, wenn der Inhaber einer Matrikelnummer, also einer Niederlassungslizenz, gestorben war. Viele waren im 19. Jahrhundert also gezwungen auszuwandern, weil sie in ihrer Heimat nicht sesshaft werden durften. Die meisten gingen in die USA. Die jüdische Gemeinde Buttenheim schrumpfte so von 174 Personen im Jahr 1825 auf 73 im Jahr 1867. Dieser Trend verstärkte sich, als im Jahr 1861 die Wohnortsbeschränkung im Königreich Bayern fiel, dann zogen viele in die größeren Städte, wo sie bessere Erwerbsmöglichkeiten hatten.

Nachdem der Vater gestorben war, folgte Löb mit seiner Mutter Rebecca und seinen zwei Schwestern Mathilde und Vögela seinen Stiefbrüdern Jonathan und Lippmann, die schon 1840 ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gegangen waren. In Amerika nahm Löb den Namen Levi an und wurde durch Geschick, Fleiß und Zähigkeit ein erfolgreicher Textilhändler und Inbegriff des „american dream“. Sechs Jahre nach seiner Ankunft in den USA gründete er in San Francisco die Firma Levi Strauss & Co. und ging als Erfinder der Bluejeans in die Geschichte ein. Seit dem Jahr 2000 ist in seinem Geburtshaus das Levi-Strauss-Muesum eingerichtet, das schon renommierte Preise für sein Konzept gewonnen hat.

http://www.levi-strauss-museum.de