Ermreuth

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Am 19. Juni 1994 hatte der „Zweckverband Synagoge Ermreuth“ sein erstes Ziel erreicht. Der von den Nationalsozialisten geschändete jüdische Gebetsraum war restauriert und konnte wieder eingeweiht werden. Die benachbarte Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg verknüpfte damit die Hoffnung, dass die wiederhergestellte Synagoge als ein Zeichen für den Willen verstanden werde, „auch in unserer Region … ein neues Blatt der Zusammenarbeit zwischen christlichen und jüdischen Mitbürgern aufzuschlagen“. So drückte es bei der Einweihung ihr Vorsitzender Arno Hamburer aus. Das Haus konnte weitgehend originalgetreu rekonstruiert werden mithilfe von Erinnerungen jüdischer und christlicher Zeitzeugen, Untersuchungen des Baubefundes und Archivquellen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Gebäude, an dessen Stelle schon 1738 eine erste, nachweisbare Synagoge befand, eine wechselvolle Geschichte: Nominell war nach Kriegsende die Kultusgemeinde Ermreuth Eigentümerin des Baus. Er blieb zunächst ungenutzt, nachdem die Eigentumsrechte an Synagoge und Friedhof auf die Jewish Restitution Successor Organisation (JRSO) übergegangen waren. Die JRSO war die rechtmäßige Vertreterin der ehemaligen Israelitischen Kultusgemeinden und verkaufte das Gebäude 1953 an den Freistaat Bayern, der es ein halbes Jahr später an die Raiffeisenbank Ermreuth veräußerte. Das Gebäude wurde umgebaut, dabei wurde unter anderem der ehemalige Männereingang zerstört und zu einem großen Tor erweitert, denn die Raiffeisenbank wollte den Bau als Lagerhaus für Maschinen, landwirtschaftliche Produkte und Streusalz verwenden. 20 Jahre später erwarb der Markt Neunkirchen am Brand das Gebäude, doch erwiesen sich zahlreiche Vorschläge für eine Sanierung und künftige Nutzung als ungeeignet. So war die ehemalige Synagoge zum Beispiel als Kindergarten oder als Vereinsheim der Schützen im Gespräch.

Seit 1994 beherbergt die Synagoge ein Museum. Auf der ehemaligen Frauenempore informiert eine Dauerausstellung am Beispiel von Ermreuth über jüdisches Leben auf dem Land. Den Kern der Ausstellung bilden Objekte aus der Ermreuther Genisa, die 1988 geborgen wurde.

Daneben dient die Synagoge als Veranstaltungsort für kulturelle Ereignisse. Regelmäßig finden hier Ausstellungen, Lesungen und Konzerte statt.

http://www.neunkirchen-am-brand.de/museen/synagoge