München

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„Wir haben gebaut, wir bleiben, denn wir gehören hier her. Die jüdische Gemeinschaft hat eine neue Heimstatt gefunden und ist zurück im Herzen Münchens.“ So drückte Charlotte Knobloch am 9. November 2006 als Präsidentin der Israelistischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ihre Freude darüber aus, dass die neue Synagoge Ohel Jakob (Zelt Jakobs) eingeweiht werden konnte. Zwischen Marienplatz und Sendlinger Tor entstand ein moderner Gemeindekomplex, der neben der neuen Hauptsynagoge ein Gemeinde- und Kulturzentrum mit Kindergarten, Schule und ein koscheres Restaurant beherbergt. 2007 wurde noch das zugehörige benachbarte Jüdische Museum München eröffnet. Hochrangige Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Kirchen und Judentum nahmen an der Eröffnung teil und verliehen ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die wechselhafte jüdische Geschichte Münchens, die bis ins 13. Jahrhundert zurückrecht, 67 Jahre nach dem Novemberpogrom um ein neues Kapitel bereichert wird. Der Spatenstich erfolgte am 9. November 2003 und war überschattet davon, dass ein geplanter Anschlag von Neonazis rechtzeitig verhindert werden konnte. In der dreijährigen Bauzeit wurde der Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs des des Saarbrücker Architekturbüros Wandel, Hoefer, Lorch umgesetzt. Die Synagoge steht frei auf dem Jakobsplatz, ist aber mit dem Gemeindezentrum und dem Museum zu einem betont inhomogenen Ensemble zusammengefügt, das sich stilistisch bewusst von der bestehenden Bebauung absetzt. Das mit massiven Steinblöcken ummantelte Sockelgeschoss gibt dem Bau einen Ausdruck von Geschlossenheit, der je nachdem als schützend oder unnahbar empfunden werden kann. Öffnung zur Umgebung drückt der etwas zurückversetzte transparente Glasquader auf dem Sockel aus. Er wird nur durch einem dezenten Netz aus Bronze geschützt. So soll der Bau das „Zelt Jakobs“, die biblische Uridee vom Wesen der Synagoge symbolisieren. Auf dem unverrückbaren Fundament der Bundeszusagen Gottes öffnet das filigrante „Zeltdach“ den Blick für die Vergänglichkeit der Kultbauten, die wie ein Zelt aufgebaut und abgebrochen werden können. Im Inneren ist der Sockel mit Zedernholz verkleidet und lässt einen nach außen hin vollständig abgeschirmten Raum entstehen, der durch den Glasquader allerdings in helles Licht getaucht und zum Himmel geöffnet ist. Mit rund 9.000 Mitgliedern, darunter zahlreiche Auswanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, ist die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern die zweitgrößte in Deutschland. Daneben existiert heute in München noch die liberale jüdische Gemeinde „Beth Shalom“ mit rund 300 Mitgliedern, die einen eigenen Betsaal hat.

Zur jüdischen Gemeinde in München: http://www.ikg-muenchen.de/