Bayern

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Die Synagogen-Gedenkbände Bayern bieten die erste umfassende Dokumentation der über 200 jüdischen Gemeinden, die es in den Jahren um 1930 im Gebiet des heutigen Bayern gab.

Unter dem Titel „Mehr als Steine“ dokumentieren die Ortsartikel zu den einzelnen Gemeinden nicht nur die Geschichte ihrer Synagogengebäude in Text und Bild. Auch andere Einrichtungen wie Rabbinat, Mikwe (Ritualbad), Schule und Friedhof werden umfassend dargestellt. Zusätzlich geben die Artikel Einblicke in die Geschichte der jüdischen Gemeinden und stellen einzelne ihrer Mitglieder vor.

Neben ihren christlichen Nachbarn haben auch Juden das Leben und die Kultur in Altbayern und Franken seit Jahrhunderten mitgeprägt. Eingehend schildern die Artikel die Ereignisse und Folgen, die das Novemberpogrom von 1938, die sogenannte Kristallnacht oder Pogromnacht, in den einzelnen Orten für die jüdische Bevölkerung hatte. Oft bedeutete sie gerade für die kleineren Gemeinden das Ende eines teilweise über Jahrhunderte gewachsenen Gemeindelebens mit dem Verlust des zentralen Ortes, der Synagoge. In der Regel war danach nur noch in den Städten mit größeren jüdischen Gemeinden ein geregeltes gottesdienstliches Leben möglich, das sich in Ausweichquartieren wie Gemeindehäusern oder Schulen abspielte. Auch die Enteignungen und Zwangs-„Arisierungen“ führten zu zahlreichen Emigrationen ins Ausland und zum Wegzug zahlreicher jüdischer Familien in größere Städte.



Im September 2007 erschien Band 1 mit 55 Artikeln zu den jüdischen Gemeinden Ober- und Niederbayerns, Oberfrankens, der Oberpfalz und Schwabens. Band 2 erschien im März 2010 mit 45 Artikeln zu den mittelfränkischen Gemeinden. Band 3, der die 112 jüdischen Gemeinden Unterfrankens vorstellt, ist in Planung.

Hier können Sie die Synagogen-Gedenkbände bestellen.

Die Synagogen-Gedenkbände Bayern sind Teil eines umfassenderen Forschungsprojekts, an dessen Ende einmal alle Synagogen dokumentiert werden sollen, die es im Gebiet des ehemaligen Deutschen Reichs um 1930 herum gab.

Hier finden Sie Informationen zum Gesamtprojekt.

Für die Erforschung der Geschichte der jüdischen Gemeinden und ihrer Bauten ziehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur die vorhandene Literatur heran, sondern arbeiten mit Ortshistorikern zusammen und werten Quellen in Archiven und Zeitzeugenberichte aus. In allgemeinverständlicher Weise stellen sie die jüdische Gemeinde- und Synagogenhistorie Bayerns mit wissenschaftlichem Anspruch dar.


Im Unterschied zu den bisherigen Gedenkbänden wird die Arbeit in Bayern zu großen Teilen von der Evangelisch-Lutherischen Kirche finanziert. Die intensive Auseinandersetzung mit der (christlich-)jüdischen Geschichte auf ihrem Gebiet versteht sie als Beitrag dazu sich selbst zu verstehen und das neu gewonnene christlich-jüdischen Verhältnis zu dokumentieren.

Hier finden Sie die Erklärung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zum Verhältnis von Christen und Juden von 1998

Hier finden Sie Informationen zum Verein für Begegnung von Christen und Juden. Verein zur Förderung des christlich-jüdischen Verhältnisses innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern e.V.